und mal nebenbei irgendwelche "Knöpfe" mit dem Fuß zu treffen (so, wie ich das aus den Kommentaren rausgelesen habe, scheinen das auch irgendwelche Register zu sein?
Mit den Pistons ("Knöpfe") wird der Setzer bedient. Bei größeren Orgeln (und auch bei Digitalorgeln) ist der mittlerweile selbstverständlich, bei kleineren Orgeln wie der im Link eher unüblich. Da muss man dann alles vor und während des Spiels von Hand registrieren oder eine zweite Person (Registrant) macht das. Ich spiele nur Stücke, die ich allein an der Orgel spielen kann. Für romantische und sinfonische Orgelmusik, die die damals übliche Crescendo-Walze fordert, erfüllt der Setzer die gleiche Funktion, ist in der Handhabung aber präziser und vor allem flexibler.
Bei uns ist so ein Orgelkonzert eher selten anzutreffen
Die Johanneskirche hängt laut deren Homepage noch sehr im Corona-Modus fest. Die dortige Orgel sollte aber konzerttauglich sein.
Abseits der Kirchen wüsste ich auch nicht, wo bei uns Orgeln installiert wären.
Die gibt es öffentlich zugänglich praktisch nur noch in großen Konzerthäusern. Eine Kinoorgel steht im Musikinstrumentenmuseum Berlin. Darauf werden auch Konzerte gespielt, aber das ist klanglich 'ne andere Welt als Kirchen- oder Konzerthausorgel.
Klingt recht "dünn" im Vergleich mit neueren Werken - aber musste sich ja auch erstmal alles entwickeln.
Die Welt war damals nicht so laut. Heute sind wir regelrecht zugedröhnt.
So ganz alte Stücke (Robertsbridge Codex, Codex faenza, Adam Ileborgh, …) spiele ich immer wieder mal, da viele Organisten da einen Bogen drum machen, ebenso um Orgelmusik aus der Renaissance sowie des französischen und iberischen Barock. Das sorgte bislang überwiegend für positive Resonanz insbesondere auch dann, wenn ich mal "wo anders" eine Orgelvertretung übernahm.
hier mal zwei solcher Stücke:
(Buxheimer Orgelbuch (um 1460–1470): "Se le fatze ay pale". Als Vorspiel¹ zum "wach werden", kurz & knackig.)
(Louis-Nicolas Clérambault (1676–1749): "Dialogue sur les grands jeux". Schönes kraftvolles Nachspiel¹ mit dafür passender Länge.)
¹im ev.-luth. Gottesdienst