So lieber Arnulf, ich habe gerade nachgeschaut, bei VHS Hifi geht der Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz. VHS bietet also mehr Tiefen und Tonband mehr Höhen.
Bei den Höhen kommt zum Tragen, dass die obere menschliche Hörgrenze irgendwo zwischen 16 kHz und 20 kHz liegt und mit dem Alter abnimmt.
Die untere menschliche Hörgrenze liegt hingegen recht alterunabhängig bei etwa (16±1) Hz.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die originalgetreue Aufzeichnung von Pfeifenorgeln alles andere als einfach ist. Von den verwendeten Mikrofonen haben wir ja noch gar nicht gesprochen.
Das ist extrem schwierig. Zunächst kommt die Frage auf, ob die Mikrofone innerhalb des Hallkreises platziert werden oder dort, wo normalerweise die Zuhörer sitzen, womit die Mikrofone nahezu immer außerhalb des Hallkreises stehen.
Nach unten hin muss die Aufnahmekette für die allermeisten Pfeifenorgeln bis 32 Hz runter reichen, da 16′-Register (Ton C₁ ≈ 32,70 Hz bei gleichstufiger Stimmung mit a¹ = 440 Hz) im Pedalwerk Standard sind und oft auch in Manualwerken stehen. Ist ein bis zum Subkontra-C ausgebautes 32′-Register vorhanden, braucht man das "volle Gedeck" runter bis 16 Hz (Ton C₂ ≈ 16,35 Hz bei gleichstufiger Stimmung mit a¹ = 440 Hz).
Nach oben hin reichen 16 kHz auch für die Obertöne aus. Meist ist bei 1⅓′ auf Taste g³ (Ton d⁶ ≈ 8,36 kHz bei gleichstufiger Stimmung mit a¹ = 440 Hz) Schluss, 1′ auf Taste g³ (Ton g⁶ ≈ 12,54 kHz bei gleichstufiger Stimmung mit a¹ = 440 Hz) ist selten. Meist repetiert der 1′ spätestens ab Taste c³ in eine tiefere Lage (1⅓′ oder 2′) oder fällt dann einfach weg.
Ich nehme immer da auf, wo normalerweise die Zuhörer sitzen, da ich hören möchte, wie meine Registrierungen dort klingen. Gerade beim Brustwerk direkt über dem Spieltisch, dass einem beim Spielen voll in die Ohren dröhnt, muss man aufpassen, dass es gegenüber Hauptwerk und Pedalwerk nicht zu leise registriert ist.
Wenn man selbst spielt oder mal live zugehört hat, wird man feststellen, dass alle Aufnahmen von Pfeifenorgeln immer nur Kompromisse sind.
