Hier mal ein paar Komponenten aus dem Kontron IP Lite:
Die erste Lithium-Primär-Batterie, die ich habe auslaufen sehen:

Der Spannung nach müsste es eine Lithium-Mangandioxid-Batterie (zwei in Reihe geschaltene 3-V-Li-MnO2-Zellen) sein, lt. UN 38.3 Test Summary Report vom Hersteller Tadiran ist es jedoch eine Lithium-Thionylchlorid-Batterie (mit 7,2 7,4 V Nennspannung). Was da austritt, weiß ich nicht - es ist auf jeden Fall noch flüssig und durchsichtig (das braune Material ist nur eine dünne "Kruste" drüber), was für Thionylchlorid sprechen würde.
Netterweise sind die Tropfen genau auf der CPU-Platine gelandet, diese entlang gelaufen und haben sich an der Gehäuseunterseite und auf der Busplatine gesammelt. Dadurch wurde das Aluminium-Gussgehäuse massiv angegriffen:

Das Weiße ist offenbar zum Großteil Aluminiumdioxid - wobei das Gehäuse an einer Stelle fast durchgefressen wurde.
Die Busplatine hat eine dicke Ansammlung einer Mischung aus der ausgelaufenen Flüssigkeit und dem korrodierten Aluminium festgehalten:

Die CPU-Platine hat aber auch ordentlich was abbekommen:

Und ja, das ist wirklich ein gesockelter, nicht verlöteter 386SX.
Ich hab' jetzt erstmal versucht das Ganze weitestgehend zu entfernen (erst mechanisch, dann mit Wasser und Alkohol), wobei ich zumindest etwas Hoffnung habe, dass es noch funktioniert. Scheinbar hat die Flüssigkeit doch nicht so korrosive Eigenschaften, zumindest was Kupfer und Zinn angeht. Auf der Busplatine ist der Lack über den Leiterbahnen zum Teil weg, die Leiterbahnen selbst sehen aber noch gut aus. Am Gehäuse selbst isses leider nicht so einfach, da das Al2O3 doch recht stabil ist.
Schauen wir mal, wie es aussieht, wenn alles getrocknet ist.
Zum Glück hätte ich noch den anderen IP Lite hier - er hat aber 'ne flottere CPU-Platine mit 'nem 386DX-33 mit 32 kb Cache und 4-MB-Memory-Card (statt 386SX-16 mit 1 MB onboard) drin:


Das Interfaceboard ist in beiden Rechner das Selbe:

An sich schon ein hübsches Rechnerchen, mit VGA, 256 kB VRAM, IDE-Anschluss, diversen Anschlüssen - und einer zwischen RS232 und RS422/485 umschaltbaren zweiten seriellen Schnittstelle.
Erweiterungsplatinentechnisch sind 4 ISA-Slots frei zugänglich, ein fünfter Slot wäre mit mehr Demontageaufwand auch bestückbar. Mit 'ner anderen CPU-Platine kann das System auch einfach zu 'nem EISA-System werden, was wimre bei neueren Modellen (mit 486er Prozessoren) auch gemacht wurde.