Wann hat man bei der stetigen Erweiterung einer Technologie den Punkt der Entartung des Urkonzepts erreicht?
wenn man das Web heute mit dem auf Tim's NeXT Cube vergleicht, ist das längst der Fall
wenn ich mich zwischen beiden entscheiden müsste, würd ich natürlich trotzdem das heutige nehmen
Aber viele komforterweiternde Web-Techniken sind ›historisch gewachsen‹ in den vielen Jahren immer wieder dazugebastelt worden und ich will einmal behaupten, dass niemand das Web so wie es heute ist, nochmal erfinden würde.
hinterher ist man immer schlauer, das ist kein Geheimnis.
das "historisch gewachsen" ist in techie-kreisen immer synonym zu lesen für "verkrusteter legacy-scheiß, bei dem aus kompatibilitätszwängen alles 5x so kompliziert ist wie es sein könnte". jo mag sein, dass das fürs web zutrifft. ehrlichgesagt bin ich sogar unfassbar glücklich darüber, kein webdeveloper zu sein, aber frontendkrams reizt mich eh nicht, anyway...
ich würde trotzdem gern ne Lanze für das Web brechen, denn das Web in seiner heutigen Form wäre damals einfach nicht so entwickelt worden, weil sowohl die technischen, als auch die gesellschaftlichen gegebenheiten fehlten (ich behaupte einfach mal, dass so etwas wie soziale netzwerke vor 20 Jahren nicht möglich gewesen wär, selbst abgesehen von den technischen begrenzungen). Summa summarum: Das Web kommte nicht auf einen Schlag als wurf eines genialen Masterplans entstehen, sondern musste sich erst aus sich selbst weiterentwickeln. Dass diese Entwicklung auch ihre Schattenseiten hat ist klar, dass die Entwicklung heißt, dass es später nicht mehr so ist wie früher auch, nichts destotrotz ist das web eine der größten technologischen Errungenschaften der Menschheit.