Ich bin im Rahmen meiner "Star Trek"-Retrowochen inzwischen mitten in der dritten Staffel von TNG, habe also mehr als ein Drittel der TNG-Folgen geschaut. War die Qualität in der zweiten Staffel noch teilweise sehr durchwachsen, hatte ich ab Anfang der dritten Staffel den Eindruck, eine völlig andere show zu sehen:
- die nervige Dr. Pulaski ist nebst den gekünstelten Dialogen, mit denen sie sich mit Picard häufig anlegte, zum Glück Vergangenheit.
- die Schauspieler haben größtenteils ihre Charaktere verinnerlicht, was man hauptsächlich bei Captain Picard sieht. Dadurch agieren die Figuren wesentlich natürlicher und damit glaubwürdiger.
- neben Einzelepisoden wird mit "Sins Of The Father" der Grundstein für einen Klingonen-Storybogen gelegt, der sich über die nächsten zehn Produktionsjahre bis zum Ende von DSN ziehen wird.
Vielleicht ist es etwas verklärte Nostalgie, aber im Gegensatz zu früher schaue ich mir jetzt jede Folge gerne an, nicht nur die, die schon damals meine Favoriten waren. Auch wenn man die Machart mit aktuellen angesagten Serien, wie z.B. "Lost", "Fringe" oder "24" vergleicht, habe ich den Eindruck, daß man sich damals einfach mehr Mühe gegeben hat und auch den Intellekt des Zuschauers einfach mehr forderte. Bei aktuellen Serien hat man häufig schon nach den ersten 5 Minuten eine Vorstellung davon, wie das ganze ausgeht (und trifft dann auch meistens zu), aber hier gibt es immer wieder überraschende aber trotzdem glaubwürdige Wendungen im plot, sodaß das Ganze zum Schluß doch ganz anders ist, als es anfangs aussieht.