Ich bin vor etwa 13 Jahren aus der Kirche ausgetreten, kurz bevor mir erstmals Kirchensteuer vom Lohn abgezogen werden sollten. Kurz zuvor bin ich für meine Nichte noch Patenonkel geworden, obwohl mein Bruder und meine Schwägerin wußten, daß ich mit Kirche nichts (mehr) am Hut habe. Die großen christlichen Konfessionen sind imho einfach nicht dem Zeitgeist gefolgt und bieten auf die aktuellen Fragen der Menschen/Menschheit häufig nur veraltete und rückwärtsgerichtete Antworten. Auch über die Legitimation der Kirchensteuer sollte man mal nachdenken, wenn im Grundgesetz zwar von Religionsfreiheit die Rede ist, aber nur die Angehörigen der beiden großen christlichen Konfessionen mit dieser Steuer belastet werden und die gesetzlichen Feiertage auch der christlichen Religion entspringen - da wäre es fairer, wenn jedem Arbeinehmer pro Jahr neben dem Urlaub eine gewisse Zahl von freien Tagen zustünde, die er zur Ausübung religiöser Feste und Rituale nutzen könnte. Ob es soetwas wie einen Gott gibt, ist mir herzlich egal, denn in der Bibel steht, wir seien alle Gottes Kinder, ob wir es wissen oder nicht. Also macht es für mein Seelenheil keinen Unterschied, ob ich an Gott glaube oder nicht - ich werd's dann schon merken, wenn ich sterbe.
Beruflich (Altenpfleger) habe ich viel mit alten Menschen zu tun, denen ihr Glaube ja auch häufig im Alltag noch wichtiger ist als den Angehörigen der jüngeren Generationen, und wenn ich z.B. eine Sterbebegleitung mache und der Sterbende sehr religiös ist, bete ich auch mal mit ihm, obwohl das für mich persönlich keine Bedeutung hat - das gehört imho zur Professionalität dazu.