Beiträge von gandro

    Aber eben gerade Schattenkopien sind ja der grosse Vorteil. Microsoft wird meiner Prognose nach ihren NTFS-Defragmentierer daher früher oder später aussterben lassen.

    Die Zeiten, in dem man das Dateisystem nachträglich in eine leserliche Form zwingt, sind schlichtwegs gezählt.

    Als Defragmentierung in Mode war, hatten wir: Ein Prozess, der eine Datei, auf einem rotierenden Datenträger in einem Stück einliest. Daher war es wichtig, dass die Stücke der Dateien beieinander lagen.

    Heute haben wir mehrere Prozesse, die mehrfach auf mehrere Dateien auf mehreren Dateisystemen zugreifen, auf verschiedenen Datenträgern zum Teil gar nicht mehr rotieren (SSDs) und daher überall gleiche Zugriffszeiten aufweisen.

    Das Betriebsystem muss so oder so die ganze Zeit auf den Datenträgern herumspringen, da bringt es nichts, wenn man die Dateien beieinander behält, weil man nicht mehr eine Datei am Stück sondern, eher mehrere Stücke aus verschiedenen Dateien braucht.

    Zusammen mit Caches im mehr als reichlich vorhandenen Arbeitsspeicher und vorauslesenden Algorithmen kann man das performante Auslesen eines fragmentiertesn Datenträgers daher als gelöstes Problem betrachten.

    Probleme verursacht momentan eher das Schreiben (weil die Daten ja auf der Platte laden müssen und nicht ewig im Cache gammeln dürfen wie beim Lesen), und da bieten Schattenkopien eine ideale Möglichkeit, das Schreiben zu verschnellern: Weil man (siehe oben) nicht mehr all zu stark auf ein defragmentiertes System achten muss, kann man sich das zeitaufwendige Suchen und Ersetzen der alten Daten sparen und schreibt es dorthin, wo es gerade am besten und schnellsten geht. Mit dem Vorteil, dass man auf die alten Daten zurückgreifen kann.

    Zitat von Commodore-Freak

    Aber dass es unter der Haube pfui ist stimmt schlichtweg nicht, besonders als Windows-Verfechter würde ich da aufpassen, schließlich schleppt IHR noch Tonnenweise alten Code mit, von dem sich Apple zur Jahrtausendwende getrennt hat


    Die Windows NT Codebasis hat sich in den letzten neun Jahren auch weiterentwickelt.

    Es ist kein Neuanfang wie bei OSX, wird Microsoft aber auch nie tun und haben sie auch nie geplant.1 Es ist auch nicht Microsofts Stil - die wollen lieber Abwärtskompatibilität bis zur Steinzeit.

    Trotzdem gabs im Windows-Kernel in den letzten Jahren einige tiefschürfende Veränderungen. Komplett neuer Netzwerkstack mit Vista (inkl. neuem SMB-Protokoll), neue Sicherheitsmassnahmen (Speicherausführungsschutz, VMs, feinere Rechteverwaltung & Co), Codeheuristiken, die erwähnten NTFS-Verbesserungen und nen Shitload an weiteren internen Veränderungen, von denen der Endbenutzer nichts mitgekriegt hat, weil er mit UAC-Bashing beschäftigt war: Technical features new to Windows Vista - Wikipedia, the free encyclopedia

    Im überigen: Ich habe den Code zwar nicht gesehen, aber was ich gehört habe ist der geleakte Windows 2000 Code ebenfalls ziemlich aufgeräumt.


    1Sie haben mit Azure ein neues Betrebsystem, aber auf der x86-Plattform wird NT nicht so schnell ersetzt. Das wär gegen ihre Philosophie.

    Zitat von Pain

    Beispiel?
    NTFS: Wurde nahezu unverändert von Windows 2000/XP übernommen. Wir haben 2009, und MS setzt noch ein Dateisystem ein das defragmentiert werden muss.


    Dass die Codebasis proprietär ist und dass das System mit starker Fragmention1 einbussen bekommt, sind allerdings so ziemlich die einzigen Mängelpunkte an NTFS.

    In Sachen Rechteverwaltung, Shadow-Copy (COW) und Kompression und Verschlüsselung war und ist NTFS den meisten anderen Dateisystemen Featuretechnisch überlegen. Für Linux gibts ja nicht einmal ein offiziell unterstütztes stabiles COW-Dateisystem.

    1 Alex' Beitrag stimmt so auch nicht ganz: Ja, alle Dateisysteme fragmentieren, manche kommen damit aber problemlos klar, andere nicht. NTFS hat mit starker Fragmentierung Probleme, ext hat nur Probleme sobald der Speicherplatz zuneige geht. Prinzipiell ist Fragmentierung aber nichts böses, im Gegenteil, es kommt immer mehr in Mode, weil man damit schneller Schreiben kann (Lesen ist dank Caches weniger zum Flaschenhals geworden).

    Zitat von DosAmp

    gandro: Umgekehrt. Eine 1 GiB große Datei ist rund 1074 MB groß, eine 1 GB große Datei rund 953 MiB.


    Whupps, hab ich falsch umgerechnet. Ändert aber nichts an der Argumentation:

    1074 MB haben genau 115x in 125 GB Platz.
    1000 MB haben genau 125x in 125 GB Platz.

    Windows schreibt 1GB, meint aber 1074MB.

    Zeigt die Datei also kleiner, als sie wirklich ist. Dementsprechend hat sie auch nur 115x und nicht 125x Platz auf der Festplatte. Demensprechend zeigt Windows auch nur 115GB an, obwohl es 125GB wären, weil man ja 125 x 1000MB speichern kann.

    Zitat von meekee7

    Alles in allem kann man sagen, dass man 7% des Plattenplatzes nicht nutzen kann.


    Nein, falsch!

    125GB sind 125GB. Daran ändert sich auch nichts, wenn Windows das in 115 GiB rechnet.

    125 Kilometer bleiben 125 Kilometer, auch wenn du das in 77.67 Meilen umrechnest, ändert das nichts an der Länge.

    Nachtrag:

    Um das nochmals klar zu sagen: Es geht kein Speicherplatz verloren.

    Windows mag zwar 125GB auf 115GiB umzurechnen, eine Datei die Windows als 1 GB gross anzeigt (aber 1GiB meint), ist in Wirklichkeit aber auch nur 931 MB gross. Und hat kann damit genau 125x auf der Festplatte gespeichert werden.

    Zitat von Chrisse


    Hmm... wobei man auch sagen muss, dass am Computer mit "Gigabyte" zu rechnen doof ist..


    Ich hab die Sache bereits im anderen Thread verteidigt:

    Überall auf der Welt bei allen Einheiten ist ein kilo = 1000 und ein Giga = eine Milliarde.

    Für Rechner gibt es das Binärgiga oder "Gigabinary", kurz Gibi, aber ein Giga bleibt 10^3 und hat bei Rechnern nicht plötzlich 2^30 zu werden. Selbst wenn Microsoft bei ihren Dezimalpotenzen bleiben will, sollen sie sie gefälligst korrekt bennen, nämlich GiB und nich GB. (macht der Linux-Kernel, coreutils und KDE z.B. bereits).

    Der Mensch kommt mit Zehnerpotenzen besser zurecht, während Zweierpotenzen absolut mühsam sind.
    Für Rechner stellen Zehnerpotenzen in keinster Weise ein relevantes Hindernis dar:

    Warum zum Teufel sollen wir Menschen uns mit Binärpotenzen rumschlagen wenn der Rechner dazu da ist, um uns seine Binärpotenzen in Zehnerpotenzen umzurechnen. (Bei der Abstratktion die wir inzwischen erreicht haben, düften die am unteren Ende herauskommenden CPU-Befehle fürs Rechnen von Binärpotenzen die gleichen sein, wie die von Dezimalpotenzen).

    Kurz: Der Rechner ist für den Menschen da, nicht umgekehrt.


    So far...

    Ganz einfach: Das BIOS zählt die Gigabytes anders als Windows. Das BIOS rechnet in Gigabyte (GB), Windows in Gibibyte (GiB), auch wenn Windows selber von Gigabytes redet, stimmt dies nicht.

    Aber keine Sorge: Der Platz ist trotzdem vorhanden, weil Windows auch die Dateien auch kleiner anzeigt, als sie eigentlich sind.

    Ich habe dazu mal einen Beitrag verfasst, schau hier:
    https://www.winhistory-forum.net/48678-post4.html

    Der ganze Thread ist hier:
    https://www.winhistory-forum.net/gaesteboard/20…tengroesse.html

    klemmi: Die Hersteller machens per Standard richtig, Windows machts falsch.

    Dass die FSF ein ideologisch verblendeter Haufen ist, hatten wir doch schon oft genug hier...? Die geniessen so oder so Narrenfreiheit.

    Trotzdem wäre die Software-Welt ohne FSF eine andere als sie es heute ist.

    Jedes zusätzliche Programm ist eine zusätzliche potentielle Sicherheitslücke.

    So wenig wie möglichst installieren, gibt genügend vServer im Internet, die mangels Fachwissen des Admins nur Spam rumschleudern.

    XAMPP ist ein wunderbares Beispiel. Wenn du keinen Apache konfigurieren kannst, dann lass es sein oder lerne es. Dinge zu installieren die man nicht beherrscht führen über kurz oder lang zu Sicherheitslöchern.

    Nachtrag: Okay, einen minimalen "Nachteil" hat diese Variante: Das Setup erscheint beim installierten Windows 7im Bootmanager zur Auswahl nebst Windows 7 selber. Kann man allerdings ja löschen.

    Nachtrag 2: WICHTIG!
    Wenn ihr Windows auf die gleiche Festplatte installiert, auf der auch das Setup liegt, dann wird die Setup-Partition als Systempartition verwendet und darf daher nicht einfach so gelöscht werden! Daher nach der Installation nochmals das Setup booten, Eingabeaufforderung starten (Shift+F10 oder über Computerreparatur) und dort folgenden Befehl ausführen:

    bcdboot d:\windows /s d:

    Und schon wird ein frischer Bootloader auf das Laufwerk D: (bei mir die Windows 7 Installation) installiert.

    Erst danach darf die Setup-Partition gelöscht werden.

    So, sitz hier bereits im Windows 7. Hat alles wunderbar geklappt.

    Nochmals für Nachahmungstäter, benötigt wird ein Windows, eine Festplatte und die Dateien der Win7-Installations-DVD.

    1. 4GB Partition erstellen, mit NTFS-Formatieren, Laufswerkbuchstaben zuweisen (hier X: )
    2. Dateien von der Installations-DVD auf die eben erstellte Partition X: kopieren (geht perfekt per Explorer)
    3. Kommandozeile (cmd.exe) öffnen
      1. x:
      2. cd \boot
      3. bootsect /nt60 x:
    4. Computer herunterfahren, das BIOS von der Festplatte auswählen lassen
    5. Windows 7 installieren - konnte es bei mir problemlos auf die gleiche Festplatte (aber nicht die gleiche 4GB-Partition, also habs nicht ausprobiert, evtl. wärs möglich) installieren von der ich gestartet hatte.

    Bei Punkt 3 benötigt man eine bootsect.exe, welche auch läuft. Falls man so ein 64bit-Windows vorbereitet, kann man nicht die bootsect.exe der 64-Bit Installations-DVD nehmen, sondern die 32bittige. Wo man die bootsect.exe ausführt spielt eigentlich keine Rolle, man muss aber die Installations-Partition (hier X: ) angeben.

    Okay, hab jetzt nochmal von vorne begonnen:

    Installing Vista from Hard Disk, USB Disk or Memory Stick - Douglas Stockwell's Weblog
    (musste allerdings den bootsect der 32bit-DVD nehmen, weil Host-XP 32bit)

    Der erste Abschnitt führt dazu, dass der Bootmanager in QEMU jetzt zumindest geladen wird. Ich probier das jetzt mal in echt aus.

    Nachtrag: Jap, Schritt 1-3 scheinen bisher auszureichen. Dateien rüberkopieren, bootsect /nt60 x:, neustarten. Hat das Ding in QEMU noch wegen zu wenig RAM gemeckert, kopiert das Setup jetzt in echt mit 8GB RAM bereits die Datien. Mal schauen ob die Installation dann auch bootbar ist (weil ist eine zweite E-SATA-Platte)