Dann können wir ja aufs eigentliche Problem zurückkommen, denn das halte ich für einiges interessanter und kniffliger.
Ich würde "das eigentliche Problem" nämlich wie folgt formulieren: Damit eine Datendienst wie Suchmaschine für den Benutzer optimal funktionieren kann, muss die möglichst viel über den Benutzer wissen. Google soll wissen, dass ich in Zürich lebe, damit ich das bei der Suchanfrage nach Handwerkern nicht angeben muss. Google soll meinen Kalender haben, damit ich ihn beim Freund am Laptop nachschlagen kann.
Dadurch entsteht ein Komfortgewinn. Es macht meiner Meinung nach kaum Sinn, Google möglichst wenig Daten zu geben (z.B. wie es niwax tut oder ich das früher getan habe). Das liegt nämlich nicht im Interesse des Nutzers - und in Zukunft wird diese Komforteinbusse nur noch grösser.
Die Kehrseite ist natürlich, dass dadurch ein Datenmonopol entsteht. Das will man einerseits rein wirtschaftlich nicht, andererseits macht das das Missbrauchspotential grösser: Einerseits könnte Google immer mehr Unsinn anstellen, andererseits werden Angriffe auf Google viel interessanter, weil man dann plötzlich über GMail Zugriff auf PayPal hat, oder man kann eine Person über die getätigten Suchabfragen erpressen.
Will man Datenschutz und Wettbewerb also nach wie vor gewährleisten, dann braucht es meiner Meinung nach technische Massnahmen. Wie wäre es z.B. wenn es einen Dienst gäbe, wo ich alle meine Daten in einen mehrstufig verschlüsselten Container packen kann, und Google und allen Diensten dann bei Bedarf darauf Zugriff gebe.
Die Frage ist, wie man so etwas einerseits sicher genug umsetzen könnte, andererseits auch bequem genug. Denn Vista-artige Sicherheitsabfragen ("Wollen Sie wirklich der Google-Suche ihr Adressbuch übermitteln?") schaden letztendlich mehr als sie nutzen.
Und die Frage ist, ob man einen solchen Standard gesetzlich erzwingen könnte - oder was sonst nötig wäre um so etwas zu erreichen.
Die Alternative dazu wäre ein gesellschaftlicher Wandel anzunehmen. Wenn sich die Einstellung zur Privatsphäre ändert und der Chef irgendwann kein Problem mehr mit Saufbildern hat, weils die eh von jedem gibt. Dann aber wiederum sehe ich rechtsstaatliche Probleme (Schutz der Minderheiten, Repressionen usw).