Beiträge von Igor Todeshure

    Zitat von Dirk

    Im Grunde ist es wie Windows Update, nur halt im Lan.


    Einer der Vorteile: wer mehrere PCs auf dem laufenden halten will, saugt die updates nur einmal aus dem Netz und verteilt sie dann intern über den WSUS. Außerdem kann man wimre bestimmte automatische updates gezielt verzögern bzw. blockieren, bis man sie intern getestet hat und dann für die clients freigibt.
    Neu aufgesetzte Rechner kann man auch schonmal halbwegs aktualisieren, bevor sie eine erste ungeschützte Verbindung zum Internet aufbauen.

    Zitat von Dirk

    ich finde win 95 auch nicht schlecht, und die ganzen bluescreens etc hatten glaub ich mehr ihren grund in der damaligen hardware und den treibern. mein erster computer war auch nur billigschrott.

    Gut, daß Du den Aspekt noch erwähnst: anno 92 bei der Markteinführung von OS/2 2.0 stellte sich auch schnell heraus, welch ein Plunder da teilweise an HW verkauft wurde. Es war ja auch ganz praktisch: DOS kannte keinen Speicherschutz, geschweige denn Plausibilitätsprüfungen der im Speicher abgelegten Daten, und daß DOS sich ab und an mal weghängte, war man gewohnt. Nur von einem Profi-OS verlangte man halt etwas anderes. Es ging sogar soweit, daß OS/2 einen speziellen IDE-Treiber für bestimmte CMD-Chips enthält, bei dem auf Multisektor-Reads verzichtet wird, weil der Chip da entgegen der specs fehlerhaft arbeitet.
    Bis zur Einführung von WIN95 hatten die meisten HW-Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht, sodaß derartige Probs wesentlich seltener auftraten, was wiederum der angeblichen Ausgereiftheit und Stabilität von WIN95 zugeschrieben wurde. Daß OS/2 inzwischen auch wesentlich runder lief, vergaß man dabei gerne bzw. schrieb es nicht der besseren HW sondern den Fehlerkorrekturen im System zu. Wenn man auf fehlerfreier HW ein OS/2 2.0 ohne Servicepacks installiert, läuft es auch rund.

    Die Jahreszahlen in den Versionsbezeichnungen trieben damals teilweise seltsame Blüten: ich hatte tatsächlich anno 95 einen Kunden am Servicetresen, der ernsthaft fragte, ob Windows 95 denn 1996 "noch gültig sei" - was auch immer er darunter verstand. Spötter hatten ja auch damals gesagt, daß M$ mit Windows 95 eine Art Verfallsdatum für SW eingeführt habe.
    Was das Marketing angeht: die 95 war eigentlich nicht das wesentliche sondern der etablierte Name Windows, wobei es M$ ja auch geschickt verstand, die Unfähigkeit, ihr eigenes überholtes Produkt Windows 3.1X durch NT abzulösen, zu kaschieren. NT wurde damals ja auch spöttischerweise mit "noch träger", "noch teurer" oder "nice try" übersetzt, in der Betaphase teilweise auch mit "not there", weil es sich immer mehr verzögerte. NT wurde einfach mal neu positioniert ("das ist für Profis"), nachdem man ja mit WIN95 endlich ein konkurrenzfähiges Consumer-Windows fertig hatte. Selbst die Umbenennung von NT5 in Windows 2000 brachte noch nicht den gewünschten Effekt, die Anwender endlich vom wackligen DOS-Unterbau zu verabschieden, sodaß sich M$ noch genötigt sah, ME herauszubringen. Das wiederum enthielt nur noch sowenig DOS, daß man sich eigentlich nur noch auf die abwärtskompatible Instabilität zu seinen Vorgängern verlassen konnte bzw. diese teilweise noch übertraf.

    Zitat von Aquanox1968

    Es hatte also nicht nur Freunde, das Win95,
    wo böse Zungen behaupteten, die Oberfläche hätte MS von IBM's OS/2 geklaut.


    ...und wenn überhaupt nur das Look&Feel und vielfach das darunter liegende Konzept "vergassen". Versuchte man unter WIN95 z.B., von einem vielbenutzten Ordner einen shortcut irgendwo zu erzeugen und verschob dann hinterlistigerweise den Originalordner, suchte sich WIN95 meistens zu Tode beim Doppelklick auf den shortcut. Machte man dasselbe Spielchen unter OS/2, wurde der shortcut (heißt bei OS/2 "shadow") automatisch mitgeführt, sogar über Laufwerksgrenzen hinweg.

    Zum Threadtitel: ich mag nicht mitjubeln, denn mit über drei Jahren Vorlauf war IBM leider nicht in der Lage, bis dahin sein 32-bittiges OS/2 so im Markt zu platzieren, daß man WIN95 lieber belächelt hätte. Naja, nun hatte wohl der etablierte Name mehr Zugkraft trotz des schlechteren inneren Aufbaus, und ab NT5 aka Windows 2000 wurde Windows ja auch brauchbar. Übrigens zählte M$ die verkauften NT-Lizenzen seinerzeit anno 95 noch in Tausenden und nicht in Millionen.

    Zitat von Antz

    Hab mir ein paar Videos gegeben, die zwei sind genial
    Am Besten sind die Ramones-Cover,
    oder das hier

    Mir gefallen die beiden Stranglers-Cover ("Goodbye Toulouse" und "Tank") sehr gut - hat echt den Charme der Originale, nur eben lagerfeuertauglich.
    Auch genial: "Are Friend Electric?", "Are Friends Acoustic?" und "Fade To Grey" - da wird man richtig nostalgisch.

    Die Desktop-Erweiterung ist nur im Setup von IE4 enthalten und wird auch nur bei NT4 und WIN95 benötigt - alle späteren Windows-Versionen haben das bereits drin. Nur wenn Du NT4 oder WIN95 installierst, solltest Du nach der Grundinstallation zuerst den IE4 installieren und danach den jeweils letzten, der unterstützt wird.

    Zitat von D!ssoz!at!vvm

    Wenn ihr jemals in eurem Leben das Aggroboard besucht hättet,würdet ihr es hier außerordentlich gesittet und besonders zivil finden.


    Na und: Würmer schmecken vermutlich besser als Scheiße - das macht sie trotzdem noch nicht zur Delikatesse. Alles relativ.

    Zitat von chiaki

    obs auch mit zwei floppycontroller gehen würde mit speziellen dos treiber?
    natürlich je auf einen anderen IO-port.


    Es gab auch eine alternative I/O-Port-Basisadresse. Die Frage ist, ob jeweils das BIOS (oder später ein Treiber) dort auch nach angeschlossenen Laufwerken sucht, um sie einzubinden.

    Wimre gabs im UR-PC auf dem Board ein DIP-Switch-Feld, bei dem man die Zahl der Diskettenlaufwerke mit 1 bis 4 einstellen konnte. Entsprechende BIOS-Unterstützung gabs auch im Ur-BIOS. Selbst auf späteren ATs und anderen kompatiblen konnte man ab ungefähr MS-DOS 3.3 mit dem DRIVER.SYS die Parameter eines 3. und 4. Laufwerks in der CONFIG.SYS einstellen.
    Es gab auch spezielle Disketten-Controller mit eigenem BIOS, mit denen man auf einem Ur-PC bzw. XT (also 8088/8086) HD-Laufwerke mit 1.2 bzw. 1.44MB benutzen konnte.