• Das in den nachfolgenden Bildern¹ gezeigte könnte 'n dickeres Brett zu bohren werden.

    ¹[PC]: 80386SX-16; 8 MiB RAM; [HP]: MC68000; ? RAM; [gemeinsam]: MFM-HDD Seagate ST251-1; 3½" 1,44 MB FDD; VGA-Grafikkarte

    Vectra-11.jpg

    Vectra-12.jpg

    Vectra-13.jpg

    Vectra-14.jpg

    Der Exotenfaktor steht im Vordergrund. Ansonsten dürfte das pure Entschleunigung werden, wenn es sich reanimieren lässt.

    Die Kiste stand auf Arbeit "kurz vor Tonne" auf dem Tisch mit der "zur Entsorgung" (auch durch Mitnahme durch die Mitarbeiter) freigegebenen Hardware. Bevor die Kiste auf diesen Tisch kam, wurde die erfolgreich mit der tomsrtbt-Diskette gestartet, weshalb die Kiste auch nicht direkt zum E-Schrott kam. Wegen der leeren CMOS-Stütze² ist der Zustand der MFM-HDD allerdings komplett unklar. Ein Image der für den BIOS-Zugriff notwendigen Diskette fand sich auch noch an. Hoffentlich passt das zu der Kiste.

    ²6,0 V Lithium, an der Gehäuseform erkennbar 2× 3,0 V Lithium in Reihenschaltung, also für 'n ersten Schuss durch 2× CR2032 in Reihenschaltung ersetzbar, und wenn das CMOS nicht zu sehr dran nuckelt, auch als Dauerlösung.

  • Interessanter Rechner. Die lange Karte mit dem 68000 scheint eine "82321 HP BASIC Controller Card" zu sein - siehe hier: https://hpmuseum.net/display_item.php?hw=681. Damit kann man wohl in HP Basic für die HP 9000 Series Computer geschriebene Programme ausführen. Nice :b1:

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Krasser Fund im Jahr 2026. schätze sowas ist seit nen viertel Jahrhundert doch seltener zu finden. weiß auch noch wie ich 2000 rum, so manchen oldie hab ziehen lassen, weil ZU ALT. Commodore PC AT, wer will sowas?

    Allerdings fand ich es damals schon schwierig gerade für die alten Anleitungen zu finden, und noch schlimmer Ersatzteile. Heute eher schwieriger? Wobei ich bei Youtube schon rührige Lötaktionen gesehen habe, weil boards von akkus oder physikalsischen einwirkungen nen hau weghatten und kein ersatz in Sicht. MFM könnte nen Endgegner sein. Wobei man zumindest auf IDE oder SCSI wechseln könnte.

    Bin auf jeden Fall gespannt, was berichtet wird.


  • Allerdings fand ich es damals schon schwierig gerade für die alten Anleitungen zu finden, und noch schlimmer Ersatzteile. Heute eher schwieriger? Wobei ich bei Youtube schon rührige Lötaktionen gesehen habe, weil boards von akkus oder physikalsischen einwirkungen nen hau weghatten und kein ersatz in Sicht. MFM könnte nen Endgegner sein. Wobei man zumindest auf IDE oder SCSI wechseln könnte.

    Ich schau' ja öfters mal bei Adrian's Digital Basement und Usagi Electric auf Youtube vorbei - da staune ich immer wieder, wieviel doch gerade für solche alten Systeme immernoch entwickelt wird - eben, um Einem das Leben mit solchen Rechnern deutlich zu erleichtern. Sei es solche Sachen wie GlaBIOS (Universelles BIOS für alte PCs), OneROM (ein "EPROM", der durch einen Microcontroller emuliert wird) oder komplexere Projekte wie den MFM-Hard-Disk-Emulator von David Gesswein oder sowas wie BlueSCSI (Emulator für SCSI-Festplatten). Da gibt's soooo viel mittlerweile - da staune ich immer wieder, wieviel Wissen da doch in den jeweiligen (Hobby-) Entwicklern und -Communitys steckt :b1:

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Die lange Karte mit dem 68000 scheint eine "82321 HP BASIC Controller Card" zu sein - siehe hier: https://hpmuseum.net/display_item.php?hw=681. Damit kann man wohl in HP Basic für die HP 9000 Series Computer geschriebene Programme ausführen. Nice :b1:

    Dass die erste Antwort in diesem Fred aus der Lausitz kommt, ist keine Überraschung? :D

    Hast Du auch sowas am Start?

    Die Kiste ist definitiv dafür gedacht, "HP Basic für die HP 9000 Series Computer" drauf laufen zu lassen. Wurde damals auch gemacht. Die "HP Basic Quick Reference" ist auch noch, natürlich in Papierform (Format A6 o.ä.), vorhanden.

    MFM könnte nen Endgegner sein. Wobei man zumindest auf IDE oder SCSI wechseln könnte.

    [PC] kann sicherlich mit IDE umgehen. Ob [HP] das auch kann?



    Das 3½" 1,44 MB FFD ist hin, aber mit einem "bekanntermaßen funktionierenden" 3½" 1,44 MB FDD startet die "BIOS Setup Disk" und das BIOS kann eingestellt werden. Nach dem fälligen Reboot startet die Kiste dennoch nicht von der MFM-HDD. Von der tomsrtbt-Diskette startet das System mit der erwartbaren Gemütlichkeit. Der Linux-Kernel erkennt offenbar die MFM-HDD, dmesg sagt dazu:

    hda: non-IDE drive, CHS=820/6/17

    ide0 at 0x1f0-0x1f7,0x3f6 on irq 14

    ide0: unexpected interrupt, status=0xd5, count=1

    ide0: reset: success

    Die Seagate ST251-1 ist in TH99 dokumentiert. Die vom Linux-Kernel erkannten CHS-Werte stimmen mit den in TH99 dokumentierten CHS-Werten überein.

    fdisk -l schmeißt nur Fehler:

    hda: read_intr: status=0x59 { DriveReady SeekComplete DataRequest Error }

    hda: read_intr: status=0x40 { UncorrectableError }, CHS=0/0/1, sector=0

    Im Falle einer IDE-HDD würden diese Fehler auf deren Ausfall hinweisen. Hier ist aber keine IDE-HDD am Start. Das kann also auch daran liegen, dass der Kernel doch nicht so recht warm mit der MFM-HDD wird. Dass der MFM-Controller als IDE-Controller erkannt wird, stimmt schon nachdenklich. Allerdings habe ich kein anderes System mit MFM-Controller und MFM-HDD drin und somit keine Referenz dazu.

    Im BIOS Setup gibt es die Möglichkeit zur Initialisierung der MFM-HDD. Allerdings ist die datendestruktiv, und ich weiß nicht, ob auf der MFM-HDD etwas liegt, was zum Bestiefeln der "82321 HP BASIC Controller Card" benötigt wird.

    FreeDOS kommt an die MFM-HDD auch nicht dran. Es erkennt zwar, das da eine ist, schmeißt aber bei jedem Zugriffsversuch nur Fehler. Das Unfassbare wird wahrscheinlicher. :(

  • Dass die erste Antwort in diesem Fred aus der Lausitz kommt, ist keine Überraschung? :D

    Hast Du auch sowas am Start?

    Die Kiste ist definitiv dafür gedacht, "HP Basic für die HP 9000 Series Computer" drauf laufen zu lassen. Wurde damals auch gemacht. Die "HP Basic Quick Reference" ist auch noch, natürlich in Papierform (Format A6 o.ä.), vorhanden.

    Nein, sowas habe ich nicht am Start, wenngleich ich HP-Unix-Workstations (aus der HP-9000-Serie, aber aus den mittleren/späten 1990ern) habe, die auch eine 68k-basierte zusätzliche Karte dabei haben. Die Karten da drin sind aber nicht von HP sondern stammen von der Fa. ABB und sind für die Kopplung mit Speicherprogrammierbaren Steuerungen gedacht. Da werkeln bspw. hübsche 68040 drauf.

    Ich hatte nur mal nach der Beschriftung "82305-60001" gegoogelt, die man auf dem Daughterboard der Karte auf deinem 2. Foto sehen kann - und bin dabei relativ schnell über den Namen "HP-Agilent/Keysight 82321C" gestolpert - und nach einer Suche nach "HP Agilent 82321C" bin ich über einen Post im Vintage Computer Forum (diesem hier) gestolpert, der auf Pascal-Software auf der HP-Computer-Museum-Webseite verlinkt hat - und da war auch schon der Link zu der Karte :D Das HP Computer Museum hat auch Basic-Software für diese Karte gesichert, wie mir scheint: https://hpmuseum.net/display_item.php?sw=237 (Unten in der Fußzeile unter "Download software (0.795 MB)", daneben ist auch noch etwas Dokumentation zu finden).

    Hast du die Platte am selben MFM-Controller in Betrieb? Soweit ich mich entsinne, kann man MFM-Platten zwar an einem anderen MFM-Controller betreiben - aber unter Umständen sind die da dann nicht korrekt lesbar. Dass das Format erkannt wird, kann daran liegen, dass - je nach verbautem Controller - der Controller fest die Plattengeometrie im ROM eingespeichert hat. Leider lässt sich auf den Fotos nicht erkennen, was das genau für ein Controller ist - ich kann nur erkennen, dass es scheinbar ein Floppy-Harddrive-Kombicontroller ist.

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  • Nein, sowas habe ich nicht am Start,

    Skandalös! Das hätte so einfach werden können, wenn Du das alles schon durchgeeiert hättest. 8D

    Das HP Computer Museum hat auch Basic-Software für diese Karte gesichert, wie mir scheint: https://hpmuseum.net/display_item.php?sw=237 (Unten in der Fußzeile unter "Download software (0.795 MB)", daneben ist auch noch etwas Dokumentation zu finden).

    Den Doku-Kram vom hpmuseum.net hatte ich schon, aber diese Software noch nicht, Danke. Das ist "Archiv im Archiv". Um *.TD0 zu entpacken, wird TeleDisk benötigt. Mit der Version 2.15 funktioniert das Entpacken. Allerdings braucht es dazu 'ne olle ia32-Kiste, auf der nativ Windows XP oder älter oder DOS läuft.

    Hast du die Platte am selben MFM-Controller in Betrieb?

    Ja.

  • Hmm. Der Floppy-/MFM-Controller könnte ein WD1003S-WA4 sein - der hat kein separates BIOS. Wäre auch nicht so üblich für einen 16-Bit-MFM-Controller, da ja der AT ein entsprechendes BIOS bot.

    Meckert denn beim POST das BIOS über die Festplatte, wenn du die Festplattengeometrie im BIOS eingestellt und gespeichert hast?

    Das ist "Archiv im Archiv". Um *.TD0 zu entpacken, wird TeleDisk benötigt. Mit der Version 2.15 funktioniert das Entpacken. Allerdings braucht es dazu 'ne olle ia32-Kiste, auf der nativ Windows XP oder älter oder DOS läuft.

    Ja, TeleDisk war (bzw. ist teils noch) ein übliches Imaging-Tool - gibt aber auch ImageDisk (Link, da gibt's auch einige TeleDisk-Versionen zum Runterladen). Bei ImageDisk ist glaube auch ein Konverter für TD0-Images dabei - nur kommt am Ende kein Image raus, was man mit bspw. DD schreiben könnte oder auf dessen einzelne Dateien man zugreifen kann (wie bspw. in iso-Files).

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Meckert denn beim POST das BIOS über die Festplatte, wenn du die Festplattengeometrie im BIOS eingestellt und gespeichert hast?

    Nein.

    Da kommt gar nix zur Festplattengeometrie. POST ist insgesamt sehr spartanisch im Vergleich zum üblichen POST bei ia32 (von kastrierten Fertig-PCs abgesehen).

    TeleDisk war (bzw. ist teils noch) ein übliches Imaging-Tool

    TeleDisk 2.15 ist vorhanden, ebenso gibt der hier sehr bescheidene PC-Bestand eine ia32-Kiste her, auf der nativ Windows XP läuft.



    Dieses letzte Einschalten ohne neue CMOS-Stütze wurde genutzt, um die Spannungen am Netzteilstecker auf der ISA backplane zu messen, um im Notfall diesen Netzteilstecker mit einem anderen Netzteil zu verbinden. Elektrisch ist das riesige Netzteil fast ein AT-Netzteil, allerdings mit zwei +12 V-Strängen. Physisch passt ein AT- oder ATX-Netzteil rein, wobei für dessen Fixierung Bastelarbeit erforderlich werden würde.

    Bei diesem Einschalten war auch ein anderes Diskettenlaufwerk angeschlossen, das, weil es funktioniert, für den Verbleib in der Kiste bestimmt ist.

    Die nächsten Schritte werden erst mal Zerlegung, Grundreinigung und Herstellen einer Halterung (bestehend aus zwei CR2032-Halterungen in Reihenschaltung) für die CMOS-Stütze sein.

  • Nein.

    Da kommt gar nix zur Festplattengeometrie. POST ist insgesamt sehr spartanisch im Vergleich zum üblichen POST bei ia32 (von kastrierten Fertig-PCs abgesehen).

    Wenn der Controller die Festplatte problemlos "schluckt", dann könnte es sein, dass die Magnetisierung der Platte (langsam) den Geist aufgibt bzw. aufgegeben hat. Dann wären die Daten u. U. verloren - jedoch wäre die Platte mit einem neuen Low-Level-Format wieder nutzbar.

    Meckert der Controller, wenn du die Platte nicht angeschlossen hast, also ohne Daten- und/oder Steuerkabel zur Platte? Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das BIOS seine Daten noch behält - gibt ja auch Geräte, bei denenen nach einem Reset die Einstellungen da auch flöten gehen.


    Ansonsten wäre erstmal ein möglicher Weg die Nutzung einer XT-IDE-Karte mit XTIDE Universal BIOS (XUB), da kann man ja mit der Software vom HP Computer Museum erstmal testen, ob darüber auch die HP-Karte angesprochen werden kann. Ganz ohne die MFM-Platte. Ich vermute mal, dass die HP-Software das nicht großartig juckt, wo sie drauf liegt - vermutlich werden die HP-BASIC-Programme über die zugehörige Software direkt in den Speicher der HP BASIC Controller Card geladen und dort ausgeführt.

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Wenn der Controller die Festplatte problemlos "schluckt", dann könnte es sein, dass die Magnetisierung der Platte (langsam) den Geist aufgibt bzw. aufgegeben hat. Dann wären die Daten u. U. verloren

    An so etwas dachte ich auch schon, als BIOS und Linux-Kernel 2.2.20-ext3 (von der tomsrtbt-Diskette) die zunächst klaglos erkannten, dann aber bei Zugriffsversuchen Sense war. Da die Wahrscheinlichkeit, dass das System (irgendein historisches DOS) nach Grundreinigung und Wiederzusammenbau der Kiste noch mal von der MFM-HDD startet, bei ≈ 0 liegen dürfte, muss mit dem Verlust der Daten gerechnet werden. :(

    Der Floppy-/MFM-Controller könnte ein WD1003S-WA4 sein - der hat kein separates BIOS.

    Zerlegung & Grundreinigung wurden gestartet. Es ist der von Dir genannte FD-/MFM-Controller. Der ist sogar in TH99 dokumentiert, womit man den Hüpfern an Bord nicht hilflos gegenüber steht. Der WD1003S-WA4 hat standardmäßig "Hard drive port address" 0x1F0…0x1F7 eingestellt. Somit scheint die Ausgabe vom Linux-Kernel

    hda: non-IDE drive, CHS=820/6/17

    ide0 at 0x1f0-0x1f7,0x3f6 on irq 14

    kein kompletter Blödsinn zu sein.

    Ansonsten wäre erstmal ein möglicher Weg die Nutzung einer XT-IDE-Karte mit XTIDE Universal BIOS (XUB),

    So 'n Viech habe ich nicht. Und warum XT-Bus mit eigenem BIOS? Der WD1003S-WA4 hat ISA-Bus und kein eigenes BIOS. Laut dem hier (Tabelle 3.4) sollte sich mit Type 48 die Festplattengeometrie (C, H, S, WPcom, LZone) zu Fuß dem BIOS verabreichen lassen. Sollte sich die Seagate ST251-1 nicht mehr reanimieren lassen, würde ich es erst mal mit einem "dummen" ISA-IDE-Controller¹ aus der Kramkiste probieren. Die anzuschließende HDD ist dann die Qual der Wahl, also irgendeine aus dem Dunstkreis "1…2 GB; pio4, mdma2" oder eine Seagate ST3144A (130 MB; pio0, no DMA), die zeitlich von dieser Kiste nicht ganz so weit weg wäre, dafür aber recht gemütlich dreht (und wohl trotzdem die Seagate ST251-1 vermöbeln dürfte).

    ¹ein Multi-I/O-Controller mit 1× IDE, 1× FDC, 2× RS232, 1× Parallelport, 1× Gameport

  • Nach dem Abschluss der Grundreinigung gestern wurde die Kiste heute wieder zusammengebaut. Lediglich die MFM-HDD wurde erst mal im fliegenden Aufbau belassen.

    Die Daten auf der MFM-HDD sind weg. :( Weder Linux (tomsrtbt) noch FreeDOS kommen an die MFM-HDD dran. Die Fehlermeldungen wurden bereits genannt.

    BIOS zog das nun fällige low-level format ohne Fehlermeldungen durch.

    Unter FreeDOS ließ sich die MFM-HDD partitionieren (1. p. P. reicht bei den !üppigen 40 MB Speicherplatz) und mit FAT16 formatieren. format c: /U zeigte nach dem Ende allerdings 42 errors found. an. :( Wäre das eine IDE-HDD, wäre die sofort raus geflogen und durch eine andere IDE-HDD ersetzt worden. Für diese MFM-HDD habe ich allerdings keinen Ersatz. Und das BIOS enthält eine böse Falle. Es basiert zwar auf dem BIOS Phoenix-A386SX, ist aber dahingehend kastriert, dass der Type 48 (user defined) für die HDDs nicht eingestellt werden kann. Deshalb muss die MFM-HDD erst mal drin bleiben. Ja, damals™, als die IDE-HDDs noch keine (oder nur ganz wenige) Reservesektoren hatten, gab es beim Formatieren mitunter auch ähnliche Fehlermeldungen. Diese HDDs wurden dann trotzdem weiter genutzt, bis gar nix mehr ging. Immerhin markiert DOS format diese defekten Sektoren, sodass da keine Daten drauf landen. Solange das im Betrieb nicht mehr werden, ist das in so einer Museumskiste unkritisch, wenn auch sehr unschön.

  • Defekte Sektoren sind bei MFM- und RLL-Platten nicht ungewöhnlich. So eine Platte hatte nicht umsonst eine "Bad Track Table" oder "Error Map" aufgedruckt - das sind defekte Sektoren, die beim Test ab Werk festgestellt worden sind. Deine Platte hat auch so eine "Error Map" - mit 3 gelisteten defekten Spuren. Bei 17 Sektoren pro Spur kommen rechnerisch 51 defekte Sektoren zusammen. Je nach Formatierungstool (wäre bspw. bei dem alten Format von DOS 3.30 der Fall) könnte man schauen, ob die gefundenen 42 defekten Sektoren im Bereich der 3 Spuren der Error Map liegen.

    Ansonsten ist für das BIOS-Problem besagtes "XT-IDE Universal BIOS" in Kombination mit einem IDE-Karte eine nette Lösung: Das erkennt automatisch die Plattengeometrie einer angeschlossenen IDE-Festplatte, auch wenn das BIOS des Mainboards das nicht mag.

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Defekte Sektoren sind bei MFM- und RLL-Platten nicht ungewöhnlich.

    Das klingt nach reichhaltigem Erfahrungsschatz. Hier ist es die allererste Kiste mit einer "pre IDE" HDD drin. Ist halt 'ne andere Welt als IDE, SCSI, SATA, NVMe.

    Deine Platte hat auch so eine "Error Map" - mit 3 gelisteten defekten Spuren.

    Jetzt weiß ich wenigstens, was die Angabe auf dem Bapperl auf der HDD soll.

    Ansonsten ist für das BIOS-Problem besagtes "XT-IDE Universal BIOS" in Kombination mit einem IDE-Karte eine nette Lösung

    Grundsätzlich schon, aber in der Praxis dann doch recht kompliziert mit EEPROM usw. …

  • Das klingt nach reichhaltigem Erfahrungsschatz. Hier ist es die allererste Kiste mit einer "pre IDE" HDD drin. Ist halt 'ne andere Welt als IDE, SCSI, SATA, NVMe.

    Allerdings - die DDR-EDVAs, mit denen ich bisher zu tun hatte, hatten ja nur MFM-Festplatten - sofern überhaupt Festplatten verbaut sind. Nach meiner Erfahrung sind die ST-2xx-MFM-/-RLL-Platten ziemlich langlebig, dafür, dass das damals(TM) relativ günstige Platten gewesen sind. Hab' hier so Einige davon im Einsatz: ST-225, ST-238R, ST-251, ST-251-1, ST-277R-1. Die laufen eigentlich alle recht gut - wenngleich manchmal auch sehr geräuschintensiv. Von der ST-2xx-Serie gibt es auch ein paar SCSI-Modelle - da habe ich mit der ST-296N auch eins hier, nur läuft die leider nicht mehr so wirklich gut...

    Grundsätzlich schon, aber in der Praxis dann doch recht kompliziert mit EEPROM usw. …

    Alternativ gibt's auch EIDE-Controller-Karten mit eigenem BIOS - bspw. 'n PTI EIDEMAX, TEAC CD55-IF oder ähnlich, die können sowas zuweilen auch.

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • format c: /U zeigte nach dem Ende allerdings 42 errors found. an.

    Das dürfte laut TH99 genau auf Kante liegen. TH99 enthält ein Manual von Seagate zu dieser HDD. Darin Findet sich unter Features --> Media defect:

    Zitat von Total Hardware 99

    ST251/ST252 Media Defect Specification
    There will be no more than forty-two (42) defects total per drive.
    Cylinders 0,1 and 2 are defect free.



    Nachfolgend Fotos von den Platinen nach der Grundreinigung:

    Vectra QS/16S System Interface Board:

    Vectra-21.jpg


    Vectra QS/16S Processor/Memory Board & 8× 1 MiB SIMM:

    Vectra-22.jpg

    Die Kiste wurde irgendwann mal von 5 MiB RAM auf die maximal möglichen 8 MiB RAM aufgerüstet. Die vier Riegel mit den vergoldeten Kontakten sind nicht original. Ob die vier Riegel mit den verzinnten Kontakten original sind, ist nicht mehr nachvollziehbar. An Bord ist neben dem Intel 80386SX-16 auch ein Koprozessor Intel 80387SX. syschk 2.45 zeigt den auch an inkl. des von dem belegten IRQ13. Laut HP Company PC Service Handbook Volume 2 war der Koprozessor allerdings unsinnigerweise per DIP-switch deaktiviert. Wieso zeigt syschk 2.45 den trotzdem an? Also Deckel auf, DIP-switch umgelegt. Für syschk 2.45 spielt das keine Geige. Eigentlich sollte jetzt aber auch der Linux Kernel 2.2.20-ext3 auf der tomsrtbt-Diskette den Koprozessor erkennen … Pustekuchen. :(

    Der Kernel 2.2.20-ext3 bleibt bei Checking 386/387 coupling... hängen.

    Gibt es ein DOS tool, mit dem sich feststellen lässt, ob der Koprozessor funktioniert? Es sollte idealerweise so klein sein, dass es komplett von Diskette laufen kann.

    CHKCOP22 macht das und meint, dass der Koprozessor funktioniert.

    Bleibt zu hoffen, dass unter DOS die Funktionen, insbesonders die zur Speicherverwaltung, die ab 80386DX und höher laufen, auch genauso auf dem 80386SX laufen.


    ST-506 Four-Function Controller Board:

    Vectra-24.jpg

    Es gab auch schon Multi-I/O-Controller mit IDE an Bord für diese Kisten. Hier geht Exotenfaktor vor Geschwindigkeit, weshalb der drin bleibt, solange die Seagate ST251-1 ihren Dienst tut.


    HP VGA Board:

    Vectra-23.jpg

    Die Grafikkarte ist "VGA as less as possible". Die Karte ist für die Bestückung mit 512 KiB VRAM vorgesehen, wovon aber die Hälfte fehlt. Auf der anderen Seite ist es wenigstens VGA und nicht irgend ein damals noch verbreiteter Wildwuchs, was den Monitoranschluss sowohl mechanisch als auch elektrisch stark vereinfacht.


    HP 82321 Language Processor:

    Vectra-25.jpg

    Der HP 82321 Language Processor ist mit 2 MiB RAM recht üppig ausgestattet (Standard: 1 MiB; Sparbrötchen: 0,5 MiB; Maximum: 4 MiB)



    Abgesehen vom Arbeitsspeicher oder mindestens einer Hälfte davon (s. o.) und dem samt Kabel ersetzten Diskettenlaufwerk, wobei die entfernten Komponenten auch schon nicht mehr original waren, dürfte die Kiste noch im Originalzustand sein. Weil die Daten von der MFM-HDD nicht wiederherstellbar waren, kann über das ursprünglich installierte DOS nur gemutmaßt werden. Auf der Diskette, die für den Zugriff auf das BIOS benötigt wird, finden sich u. a. die Dateien IBMBIO.COM und IBMDOS.COM, was irgendwie nach IBM PC-DOS aussieht.

  • Danke, dass du Fotos von den ganzen Karten gemacht hast - die Karten sehen ja fast so aus, als wenn sie gerade aus der Fertigung gekommen wären :b1:

    Wenn ich mir die Date-Codes auf den ganzen Karten so anschaue, scheint der Rechner Ende 1989 gefertigt worden zu sein - mit einer Ausnahme: Das System Board. Die EPROMs haben 'ne 1990er Datumsangabe drauf, die verlöteten Chips sind von 1991 bzw. Anfang 1992. Eventuell ist das Board schonmal getauscht worden.

    Für 1989 ist es dann nicht so ungewöhnlich, dass da "nur" eine VGA-Karte mit nur 256 kB drin ist - die reichen für die reinen VGA-Modi bis 640x480 @ 4 Bit (16 Farben; 153.600 Byte Speicherbedarf) ja auch vollkommen aus. Super-VGA mit 800x600 @ 4 Bit (16 Farben; 240.000 Byte Speicherbedarf) gehen rechnerisch da auch noch mit rein - nur die 8-Bit-Modi (256 Farben) sind mit der Karte aus Speichergründen nicht mehr möglich. Allerdings unterstützt der verbaute VGA-Chip Paradise Systems PVGA1A auch 640x480 @ 8 Bit (256 Farben; 307.200 Byte Speicherbedarf) - theoretisch könnte man also auch eine Aufrüstung versuchen.

    Hinsichtlich der Festplatte ist interessant, dass es den Rechner auch mit IDE-Schnittstelle gab: Die war um 1989 noch nicht verbreitet (wenngleich auch schon seit 2-3 Jahren auf dem Markt). Ich vermute mal, da wird das ST-506-Interface mit MFM-Kodierung einfach ein Preisfaktor gewesen sein, zumal die ST-251-1 mit ihren 42 MB eine weit verbreitete 5,25"-Platte war. Die Konstellation mit der MFM-Karte mit IO-Ports drauf bietet da aber als Rückfallebene auch den Einsatz eines IDE-Multi-IO-Controllers - oder, wenn man es "exotischer" machen, will eines (zusätzlichen) SCSI-Controllers. Letzterer böte auch den Vorteil, die beschränkten Auswahloptionen für die Festplatten-Geometrien zu umgehen.

    Hinsichtlich Betriebssystem ist der Rechner anno 1989 vermutlich mit IBM PC-DOS 4.0 ausgeliefert worden - das kam im Juli 1988 raus und bot den Vorteil, von Hause aus auch Partitionen mit mehr als 32 MB zu unterstützen. Bis DOS 3.30 konnte man größere Platten mit den bordeigenen Mitteln nur nutzen, in dem man den Speicherplatz auf mehrere 32 MB große Partitionen unterteilte. Das konnte damals nur mit Drittanbieter-Anwendungen umgangen werden. Außerdem hat PC-DOS 4.0 auch Support für EMS, wenngleich wohl nur für IBM-eigene Boards.

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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  • Wenn ich mir die Date-Codes auf den ganzen Karten so anschaue, scheint der Rechner Ende 1989 gefertigt worden zu sein

    Auf Sachen achtet der Mann … :D

    Vectra-27.jpg

    mit einer Ausnahme: Das System Board. Die EPROMs haben 'ne 1990er Datumsangabe drauf, die verlöteten Chips sind von 1991 bzw. Anfang 1992. Eventuell ist das Board schonmal getauscht worden.

    So ein früher Austausch des Vectra QS/16S System Interface Board ist durchaus möglich und würde in die für viele Produkte geltende Ausfallverteilung (Badewannenkurve) passen. Viel erstaunlicher finde ich, dass sich die MFM-HDD solange hält. Was hier an IDE-HDDs bereits den letzten Gang angetreten hat …



    Vectra-41.jpg

    FreeDOS 1.4 ist installiert.

    Leider macht loadhigh bzw. lh nicht das, was es soll. Die Treiber müllen weiterhin allesamt den Speicher < 640 KiB voll. MOUSE ist der Originaltreiber für die HP HIL Mouse, alles andere kommt von FreeDOS.

    Ausgabe von

    DEVICE=C:\FREEDOS\BIN\JEMMEX.EXE NOEMS X=TEST I=TEST NOVME NOINVLPG /V

    Vectra-42.jpg


    Ausgaben von mem /c /p

    Vectra-43.jpg

    Vectra-44.jpg

    Ich vermute das Problem bei

    Upper        0K     0K   0K

    Reserved   388K   388K   0K

    Gibt es da noch 'ne Chance oder ist das in Stein gemeißelt, womit die Kiste bzgl. Speicherverwaltung genauso bescheiden wie ein 286er daher käme. Schlägt hier ggf. der 80386SX zu?

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