6 alte Centaur Technology CPUs im Benchmark

  • Nachdem ich vor 1-2 Jahren einmal ein bisschen Sockel 7 erkundet habe war ich natürlich fasziniert wieviele x86 CPU Hersteller es damals gab. Die Designs haben natürlich auch danach noch einige Wege bestritten, und in diesem Thread würd ich gern den Entwicklungen von den Designs von Centaur Technologies nachgehen. Hierzu habe ich 6 Systeme mit Centaur Designs durch die klassischen Benchmarks geschoben, welche möglichst gut über die große Spanne skalieren, und trotzdem auf (fast) jedem System laufen:

    C1y5LpP.jpeg

    Zum Vergleich stehen 6 Systeme von den Platzhirschen AMD und Intel zur Verfügung, die aber nicht immer undbedingt 1:1 Konkurrenten waren. Manche nehmen deutlich mehr Leistung auf (zB. Duron) oder sind in einem nobleren Preissegment verkauft worden (zB. Pentium MMX). Einfach als Kontext was sonst so abging.

    DOS Windows NT Trivia
    MainboardCPULM60 ALU 16bit/100 MHzLM60 FPU 16bit/100 MHzSpd. ALU 32bit/100 MHzSpeedsys L1 /
    L2 /
    RAM
    CPU-Z ALU 32bit/100 MHzCPU-Z FPU 32bit/100 MHzCB10 FPU 32/64-bit/100 MHzSuperPi FPU 32bit

    Mio.

    (Release)

    Die Area mm² (Lith. nm)
    PC-Chips M571IDT WinChip C6 200 MHz9174951369685131.365.7244.0 /
    122.2 /
    82.3
    20310240920446231315.701s5.4 (1997)88 (350)
    PC-Chips M571Intel Pentium MMX 200 MHz2091104634371719149.975.0362.2 /
    171.2 /
    113.2
    27613811945978844673.198s4.5 (1997)141 (350)
    Procomp BVC3AVia "Cyrix" III Samuel 550 MHz22034012747499271.849.4897.2 /
    107.5
    54399938170102191207.466s11.3 (2000)75 (180)
    ThinkPad 240Intel Celeron 300 MHz3767125647151572343.3114.41136.7 / 615.4 /
    191.4
    486162211970617358422.888s19.2 (1999)154 (250)
    Via Epia LXVia C3 Nehemiah 1000 MHz94179425405541687.768.83189.1 / 1149.3 /
    196.6
    1179118191119125025556.562s20.5 (2003)47 (130)
    AsRock K7S8XAMD Duron 1600 MHz>46800>2925>64000>40001883.0117.713241.9 / 4205.4 / 667.83036190115187248735573.093s37 (2003)81 (130)
    GigabyteVia C7 Esther 1000 MHz94759486403640699.970.03188.6 / 1753.4 / 547.21221122218121827327478.891s26 (2005)32 (90)
    Commell LV-671Intel Celeron M 370 1500 MHz>46800>3120>64000>42672011.2134.15984.6 / 3982.3 / 1035.727881861076571812678459.947s140 (2004)88 (90)
    OEMVia Nano U3300 1200 MHz21111768000667629.252.45694.4 / 2971.6 / 1899.6215618057944839978373.164s95 (2008)63 (65)
    ThinkPad X120eAMD E-240 1500 MHz138109212400016001731.3115.47869.8 / 3949.2 / 1903.022021471051370110677152.431s~60 (2010)~11 (40)
    Via AMOS-3005Via X4 C4250 1200-1733 MHz280016212000692848.649.08483.5 / 4753.2 / 2038.3311118084954851395 (3533)8054.444s~300 (2015)46 (28)
    Surface Pro 3Intel Core i3-4020Y 1500 MHz 3895260110927392842 (6323)18924.733s~6000 (2014)~80 (22)
    MainboardCPULM60 ALU 16bit/100 MHzLM60 FPU 16bit/100 MHzSpd. ALU 32bit/100 MHzSpeedsys Cache/RAMCPU-Z ALU 32bit/100 MHzCPU-Z FPU 32bit/100 MHzCB10 FPU 32/64-bit/100 MHzSuperPi FPU 32bit

    Mio.

    (Release)

    Die Area mm² (Lith. nm)

    Für den Sockel 7 hatte Centaur die WinChips, gefertigt/vermarktet von IDT, mit starker Auslegung auf 32-Bit ALU Performanz, wie wir im DOS-Benchmark Thread ja bereits erörtert hatten. Nach einer Iteration mit stärkerer FPU (zB. Xaars Score im Super Pi Thread) wurde Centaur von Via aufgekauft und sollte zunächst nicht das Design für die neue Sockel 370 Via CPU liefern, das wäre Cyrix vorbehalten gewesen. Nachdem die Einführung vom Cyrix-Design (Joshua) nicht geglückt ist kam ein schneller Umschwung zum Centaur Design (Samuel).

    Die Performanz vom ersten Samuel, insbesondere bei der FPU war sehr ernüchternd, ich hab im Internet Gerüchte gelesen, dass die FPU mit halber Taktfrequenz läuft. Obwohl das Design ja bei dem Winchip 2 verbessert worden ist, steigt die pro-MHz Leistung sogar geringer aus wie bei dem ursprünglichen Winchip C6 - stimmt das Gerücht? Oder einfach zu schnell auf den Markt ohne Optimisierung? Der erste Samuel hatte bekannterwesie auch keinen L2 Chache, wobei ich sagen muss - ein großer und schneller L1 ist am Start gewesen und SD-RAM ist auch schon schneller - das allein reicht mir nicht als Grund. Aber gerade bei Rechenaufgaben wie SuperPi wird man ohne L2 noch zusätzlich abgestraft.

    Was das Centaur Design allerdings gut konnte war eine geringe Leistungsaufnahme, neben kleinen Dies (Herstellungskosten) und wenig Transistoren war das ein Entwicklungsziel von Via/Centaur. Es gab einige Verbesserungen bei L2, FPU und lustigerweise sogar 16-Bit Performanz, wie man beim Nehemiah und dem C7 sehen kann. Nach dem C7 gab es einen Philosophiewechsel, auch "starke" Designs sind an diesem Punkt schon gut für kleine Leistungsaufnahmen skaliert (Siehe Intel ULV zB.) und gleichzeitig haben Intel mit dem Atom und AMD mit zB. der "E-Serie" (i.e. E-240 in der Tabelle) mit kleinen sparsamen Designs angegriffen.

    Via hat reagiert und hat sich ein Mittelding aus "P" und "E" core gebaut, der Nano hat mehr Transistoren, 64-Bit, out-of-order execution, und war dann per-Watt und preislich gar nicht so schlecht ggü. Intel/AMD. Ich denke die Integration guter Graphik von AMD von E-Serie und Nachfolger (eine hochgezüchtete Variante war ja dann die Sony PS4) und die deutlich bessere Performance von den auch sehr effizienten Intel ULV-Core CPUs haben Via aber keinen Markt gelassen.

    Den Abschluss macht ein Via Eden X4 von 2015, den ich von Xaar erhalten hab. Die Leistungswerte und damit vermutlich auch das Design decken sich sehr gut mit dem Nano. Leider funktioniert der Rechner (kleine Platine) nicht stabil sobald er sich erwärmt, ich hab die Benchmarks mit einer "geliehenen" Windows 7 Installation gemacht, während der Rechner auf seinem Kühlkörper in einem 0,5 L - Eisklotz eingefroren frisch aus dem Gefrierschrank kam. Linux-Kernel haben beim Start direkt panikiert, ich hätte gerne noch Geekbench 6 laufen lassen um die "einzige" Neuerung an dem Design testen zu können, den AVX2 Befehllssatz. Aber ja, keine Ahnung ob der Fehler im Die selbst ist oder beim Lot vom Package, er darf bei mir seine ewige Ruhe im Schrank antreten (außer jemand möchte :D)

    Weil es sich so ergibt hat es tatsächlich bei mir der recht enttäuschende Samuel 1 in einen permanenten Rechner geschafft (bzw. wird es schaffen), in der Win98SE Kiste löst er den verbastelten K6-2 ab. Mehr cachable RAM, PCI mit 3,3 V hat letztendlich den Ausschlag gegeben. Keine Rakete, aber die Anforderungen sind nicht sonderlich hoch - da nimmt man den Exoten doch gern.

    EDIT: hier die Tabelle mit etwas weniger padding, find ich fast übersichtlicher:

    🍎 MacBook Air (Mac17,3) - Apple M5 - 32 GB LPDDR5X - 1 TB NVMe - WQHD IPS 13,6" - macOS26
    Awow China Tablet - Intel N95 - 12 GB LPDDR5 - 256 GB NVMe - WXGA 10,1" - Win11

  • Sehr interessanter Vergleich :b1:

    Als ich "AMOS" in der Liste gelesen habe, hatte ich schon die Hoffnung, dass du den Kollegen hast reparieren können. Schade, dass er offenbar doch ein tiefgründigeres Problem hat :b2:

    «Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen gibt, die wünschen, dass ein solches OS als "Retro-OS" bezeichnet wird, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absichten bestehen, da HP-UX 9.x einfach ein altes OS ist. Niemand hat die Absicht, ein "Retro-OS" zu bauen.» Xaar, 2014

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